Musikalisches Märchen "Peter und der Wolf"

Gifhorn. "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum", sagte kein Geringerer als Friedrich Nietzsche. Die Realität dieses Zitats des bekannten Philosophen erlebten die zahlreich erschienenen Kinder, ihre Eltern, Großeltern, aber auch alle an der Orchestermusik interessierten Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche Gifhorn.

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum", sagte kein Geringerer als Friedrich Nietzsche. Die Realität dieses Zitats des bekannten Philosophen erlebten am Sonntag, 15. November 2009, die zahlreich erschienenen Kinder, ihre Eltern, Großeltern, aber auch alle an der Orchestermusik interessierten Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche Gifhorn.Die Orchestergemeinschaft der Bezirke Braunschweig und Hildesheim unter der Leitung von Henrik Neumann gestalteten ein Konzert mit Werken aus "Peter und der Wolf" u. a. Ziel war es, mit dem musikalischen Märchen von Sergej Prokofjew den Kindern die Vielfalt der Instrumente in einem Orchester sowie ihre musikalischen Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Mit lautmalerischer Musik zu dem Stück "Rustic Dance" von Charles Woodhouse eröffnete das Orchester das Konzert.

Anschließend entführte die Sprecherin Lucia Ballosch das Publikum in die wundersame Welt der Märchen...! Zuerst stellte sie die einzelnen Figuren/Charakter und das dazugehörige Musikinstrument durch Spielen einer bestimmten Melodie zu dem Märchen "Peter und der Wolf" vor: Da ist zunächst Peter, den die Streicher verkörpern, der kleine Vogel mit der Flöte, der Großvater (er riecht wie alte Männer nach Tabak) wird von der Tuba gespielt, die Ente watschelt auf den Noten der Oboe, die Katze hat sich als Klarinette verkleidet. Die Gewehrschüsse der Jäger sind von der Pauke zu hören und die unheimlich klingende Melodie vom Horn, der Tuba, der Klarinette und der Trompete ist das Furcht erregende Fauchen des Wolfes.

Lucia Ballosch verstand es, mit großem Einfühlungsvermögen die Kinder in ihren Bann zu ziehen und führte sie und alle Konzertbesucher mit "Peter" auf eine große blühende Wiese: Hier begrüßt Peter (Streicher spielen "ihre" Melodie) seinen Freund - den kleinen fröhlich zwitschernden Vogel: Hell erklingt die Querflöte...
Anschaulich erzählt Lucia Ballosch die spannende Geschichte des Märchens, wie sich einige Figuren zanken, beschimpfen, wie geschickt Peter es gelingt, seine Freunde vor dem bösen Wolf zu warnen und ihn schließlich einzufangen...! Gebannt lauschen die Kinder der angenehmen Stimme der Märchenerzählerin und der dazu spielenden Orchestermusik in einer Bearbeitung von Gerhard Buchner.
Mitreißend, wuchtig und temperamentvoll "begleitet" das Orchester am Ende der Geschichte den Triumphzug bei der Abführung des Wolfes.

Der Beifallssturm des Publikums wollte kein Ende nehmen!

Zum Abschluss des Konzertprogramms zelebrierte das Orchester höchstmusikalisch das allseits bekannte "Theme from Pomp and Circumstance" von Edward Elgar in einer Bearbeitung von Charles Woodhouse und Henrik Neumann, das wiederum mit stürmischem Beifall honoriert wurde.

Musik zum Anfassen

Nachdem der Beifall verklungen war, fragte Dirigent Henrik Neumann die Kinder, ob jemand bereit sei, das große Orchester zu dirigieren. Stille. Niemand rührte sich vom Fleck. Plötzlich lief ein kleiner Steppke auf das Orchester zu, nahm mutig den Taktstock in die Hand und ließ sie sich von Henrik Neumann führen. Danach dirigierte er selbstbewusst einige Takte ganz allein. Und das Orchester spielte dazu die Melodie, was mit großem Applaus des Publikums belohnt wurde. Freudestrahlend über diesen Erfolg lief der fünfjährige "Dirigent" Nils wieder auf den Platz zu seiner Mama.

Anschließend waren alle Kinder eingeladen, die Musikinstrumente des Orchesters aus nächster Nähe kennenzulernen und auszuprobieren.

Die kleinen Nachwuchskünstler hielt nichts mehr auf ihren Plätzen, sie stürmten zu den Orchesterspielern und bewunderten die verschiedenen Musikinstrumente: Endlich hatten sie die Möglichkeit, mal so richtig auf die Pauke hauen. "Bum", "bum", "bum" - tief und dumpf ertönte die Pauke. Das war nicht so schwierig, vor allem auch schön laut!

Anziehend für die Kleinen war aber auch das glänzende Metall der riesigen Tuba - in der sich die Kleinsten fast verstecken konnten!!! Voller Begeisterung und mit dicken Backen bliesen die Kinder in das Mundstück der Blechinstrumente und versuchten, einen Ton daraus hervorzulocken.

Andere ließen sich von den Orchesterspielern erklären, wie die blitzende Querflöte zu spielen ist. Dieses war schon schwieriger für die kleinen Fingerchen! Nicht anders bei der Klarinette und der Oboe. Und - einen schönen und sauberen Ton auf den Saiten einer Geige oder eines Cellos zu erzeugen, war ebenfalls nicht einfach. Die Kinder wollten es ausprobieren, nahmen den Bogen in die Hand und strichen sanft über die Saiten oder zupften sie.

Die Kreativität der Kinder kannte keine Grenzen: Da wurde auf allen Instrumenten geklopft, gezupft, gestrichen was das Zeug hält!

Der Wissensdurst der Kinder war unbeschreiblich...! Es bleibt zu hoffen, dass das geweckte Interesse und die Begeisterung der Kinder anhalten und das eine oder andere Kind an diesem Abend sein Lieblingsinstrument gefunden hat und spielen lernt!

sis Fotos: H.S

Den Presseartikel von der Veranstaltung kann man hier als PDF-Datei runterladen.

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